Das Koblasa-Kreuz

Vorgeschichte

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In der Gemeinde herrschte Unzufriedenheit über den optischen Eindruck des Kirchenraumes, der eher einer Bahnhofshalle glich. Jede Veranstaltung war dort zwar möglich, doch es gab keine Mitte, keinen Mittelpunkt. Die graue Wand hinter dem Altar mit den zahlreichen Kreuzen glich eher einem Kriegerfriedhof.

Die Verbindung zwischen der Paul-Gerhardt-Kirche und Jan Koblasa kam durch Pastor Siegfried Munz zustande. Vorangetrieben hat die Anglegenheit dann Pastor Helge Adolphsen, der ihn zu einem Entwurf für die Kirche ermutigte.

 

Es gab zwei wesentliche Kritikpunkte:

Der Entwurf

Der Entwurf stellte kein richtiges Kreuz dar, sonder ein sog. Antonius-Kreuz. Es sollte die Verbindung Himmel (horizontal) und Erde (vertikal) betonen. Auch hat die Christusfigur keine Arme. Der Schafskopf als Kopf spielt auf Jes. 53 ("zur Schlachtbank geführt") an.

Die Finanzierung – Gesamtkosten in Höhe von 35.000 DM

Hein Dahlinger (Zimmereibetrieb Stoltenberg) ließ sich an ein Versprechen erinnern, ein Kreuz für die Kirche zu spenden. Die Idee gefiel ihm und so spendete er das Holz: Eiche für das Kreuz und Ahorn für den Corpus. Eine Erbschaft (Frau Lebermann, geb.Stoltenberg, spendete 13.000 DM, hat sich aber bis zu ihrem Lebensende nicht mit der Ausführung anfreunden können) machte einen großen Teil des Eigenanteils der Gemeinde aus. Ein Förderverein wurde gegründet um innerhalb von 10 Jahren die fehlenden 20.000 DM aufzubringen.
(Kosten 30.000 DM, Jan Koblasa 5.000 DM = 35.000 DM lt. Archiv).
Schließlich ergeht 1981 der Auftrag an Jan Koblasa.

 

Die Fa. Stoltenberg bereitet das Holz vor, erledigt die Tischlerarbeiten und übernimmt den Transport zwischen Kiel und dem Hamburger Atelier. Jan Koblasa arbeitet ab August 1982 Tag und Nacht an dem Kreuz, bearbeitet das Holz mit der Kreissäge, arbeitet excessiv. Dramatisch wird es bei der Aufstellung: Bei dem Versuch, Kreuz und Corpus, die 1,5 t schwer sind, aufzurichten und an der Wand zu befestigen, drohte es nach vor zu kippen. Ein Arbeiter rief aus: “Der ist nicht zu halten!”

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